Tina Laufer | Krummsee | 5.10.2024

Der Leuchtturm anders beleuchtet

Initiativ möchte ich mich einsetzen, indem ich zusätzlich zu meinen bereits veröffentlichten umfassenden Leserbriefen, zu finden ziemlich weit unten in diesem Blog, noch einmal eine etwas andere, emotionalere Sicht schildere.


Mag sein, dass dies in einer politisch, scheinbar von Macht, Geltungsbedürfnis, Gier und Kurzsichtigkeit getriebenen Planung nicht gehört werden will, aber so wohnen hier doch MENSCHEN, Menschen, die sich das Leben an diesem Fleckchen Erde ganz bewusst ausgesucht haben, es sehr lieben und schätzen und auch hier und da einige Opfer bringen, um so leben zu dürfen / zu können. Ein Leben inmitten der idyllischen Natur, an einem Ort, den es doch so selten nur noch auf der Welt zu finden gibt. Es gibt tatsächlich Menschen hier am Kellersee, die noch die kleinen Dinge schätzen und den respektvollen Umgang mit der wunderbaren, großenteils unberührten Natur pflegen. So sind wir voller Freude, mit Rehen in vertrauter Nachbarschaft zu leben, sie zu beobachten oder ihnen zuzuhören, wenn zum Beispiel Rehkitzrufe durch die eintretende Dämmerung dringen oder auch, wenn zwar selten, aber dennoch mal ein Hirsch röhrt. Wer zuhört, kann hier alle Arten von Vogelgezwitscher und Gänsegeschnatter vernehmen, das ungestört über den See schallt. Hier sehen und hören wir sogar Fledermäuse, die gegen Abend in Scharen auf Insektenjagd gehen. Und nicht nur diese Vielzahl an Tieren, sondern auch Fuchs, Hase, Marder, Mink, Seevogel, Eichhörnchen und viele mehr erfreuen sich und uns hier in der nahezu unberührten Natur. Auch das Geräusch der raschelnden Bäume und Sträucher gehört zu unserem Leben hier, und der wunderbare See, der bei Wind sein Wasser ans Ufer klatschen lässt und bei eisiger Kälte knackt und peitschend knallt. Ja, sogar die Stille kann man hier (noch) hören, wenn man wachsam ist und im Geiste der Natur zugewandt.


Dem See, den Tieren und den Pflanzen möchte ich mal meine Stimme geben und sie sprechen lassen:


Achtung: Hierzu wird ein bisschen Phantasie benötigt, bzw. müsste das innere Kind bemüht werden.


"Bitte lasst seeseitig alles so wie es ist! Baut keine riesige Fußgängerbrücke zu Lasten mehrerer wundervoll duftender und Schatten spendender Alleebäume in unsere Heimat, bitte lasst keine Seeterrasse zu, die durch Tourismuslärm und viel unnatürliches Licht unsere natürliche Ruhe stört, uns damit gar den Lebensraum nimmt. Bitte baut keinen Steg in diesen wunderbaren Schilfgürtel des Kellersee, denn dann verlieren wir viele unserer schützenswerten Mitbewohner, weil sie sich eine neue Heimat suchen müssen oder gar heimatlos werden. Selbst die Hunde der Menschen bleiben hier angeleint, damit Enten und andere Wasservögel in Ruhe brüten können und das Schilf nicht niedergetrampelt wird. Bitte plant auch dieses Monsterleuchtturmprojekt Hotel kleiner oder kleinteiliger, damit wir und die freundlichen Anwohner um uns herum, noch eine Nacht am Himmel haben und wir alle hier berechtigterweise zur Ruhe kommen können. An die sicher einhergehende Umweltverschmutzung mag hier keiner denken. So schadet es nicht nur uns Tieren, sondern auch der Natur. Angst haben wir auch vor zunehmendem Straßenverkehr, denn neben uns sind dann auch Katz, Hund und Kinder viel gefährdeter."


Ein Satz noch von mir als Mensch:


Zum Glück sind sich die Tiere und die Natur nicht des wahren Ausmaßes bewusst. Denn sie wissen nicht, dass, würde ein Steg, bzw. eine seeseitige Bebauung durchgewinkt, es sogar passieren könnte, dass für jede Stelle des Sees ein solcher Eingriff erlaubt wäre und das nicht nur hier bei uns, sondern nahezu landesweit!!!


Ein Leuchtturmprojekt mal anders beleuchtet. Wer es mit dem Herzen liest, wird sicher erleuchtet und wirkt mit dagegen, bevor es zu spät ist.


Danke für die Phantasie, die es brauchte, um meine Sichtweise stellvertretend für Flora und Fauna (und Mensch) zu verstehen und für Ihre Zeit!


Was denken Sie?

Falls auch für Sie noch wichtige Fragen offen sind, Sie sich von den Planungen in besonderer Weise betroffen fühlen oder einfach mal Ihre persönliche Sicht teilen wollen: Schreiben Sie uns.